Rebelados

Freiheitskämpfer im Aufbruch


Die Gemeinschaft der Rebelados entwickelte sich aus den Sklavennachkommen, den BADIUS, die sich bis Ende des 17. Jahrhunderts als freie Sklaven auf dem von den weißen Landbesitzern verlassenen Archipel absetzten. 

Ihre ablehnende Haltung gegenüber den Staatsautoritäten haben sie sich bis heute erhalten. Sie lassen sich nur ungern fotografieren, entziehen ihre Kinder der Schulpflicht und zeigen sich selten Fremden - selbst medizinische Eingriffe wie Spritzen oder Blutabnahme werden als Eingriff in ihr Leben vermieden. Die streng katholischgläubigen Rebelados wohnen in einfachen mit Stroh gedeckten Stein- oder Lehmhäusern, ohne Strom und fließendes Wasser im Gebirge der Serra Malagueta auf der Hauptinsel Santiago. Oberstes Prinzip ist die Unabhängigkeit, keiner von ihnen geht einer geregelten Arbeit im heutigen Sinne nach - sie leben von dem was ihr Land hergibt. Fernsehen und Radio galten bis noch vor wenigen Jahren als Teufelszeug und waren lange Zeit verboten.

Die Malerin, Kulturaktivistin uns Projektkoordinatorin Misa https://www.misacaboverde.com/rabelart 

hat in den vergangenen Jahren beharrlich gemeinsam mit dem verstorbenen Rebelado-Chef Agostinho, den Wandel eingeleitet. Sie versucht ein Bindeglied zu sein zwischen den alten Traditionen und den jungen Rebelados, die nach einem moderneren Leben streben. So präsentieren die jungen Rebelados in einem kleinen Laden vor dem Dorf stolz ihre gemalten Bilder und Skulpturen, die oft Menschen mit Tierköpfen zeigen und somit sehr eigenständig und noch von außen unbeeinflußt wirken. Und vereinzelt klingt Radiomusik aus offenen Türen und Fenstern...

 

Ich bin dankbar, dass wir die Genehmigung erhalten haben - gemeinsam mit unserem Guide Swagato - das Dorf mit ihren Bewohnern besuchen zu dürfen. (2006)